BRV MICHAL LEITNER

SOZIAL

Soziales Engagement für die Ärmeren und Schwächeren prägt sein Wirken.


SELBSTBEWUSST

Selbstbewusst gegenüber Eigentümer und Management.


KÄMPFERISCH

Kämpferisch setzt er sich seit Jahren für die Erhaltung der Arbeitsplätze in Spielberg ein.


 Lebenslauf von Michael Leitner

 

Geboren: 11. Februar 1956 in Judenburg

 

Schulbildung:

  • 1962-1966 Volksschule in Judenburg
  • 1966-1970 Hauptschule in Judenburg
  • 1970-1971 Polytechnischer Lehrgang in Judenburg

 

Berufsausbildung - Lehrzeit:

Lehre: KFZ Mechaniker von 09.08.1971 - 08.02.1975 

Berufschule: Arnfels   erste Klasse Schuljahr     1971 - 1972

                                       zweite Klasse Schuljahr   1972 - 1973

                                       dritte Klasse  Schuljahr    1973 - 1974

Erlernter Beruf: KFZ-Mechaniker

 

Präsenzdienstzeit beim Österreichischen Bundesheer:

  • 01.07.1975 - 29.02.1976

 

Beschäftigungszeiten:

Tätig als:  Facharbeiter bei Bauknecht Austria in Spielberg seit 05. April 1976
                 Als freigestellter BRV der Arbeiter, der ATB Spielberg seit August 1985

                                    

ÖGB Mitgleid seit: April 1976  

Zugehörig zur Gewerkschaft PRO=GE

 

Betriebsratsseminare mit Datumangabe:

  • Grundschulung: BR1, BR2 und BR 3 (1980/1981 in Wien)
  • Otto Möbes Volkswirtschaftsschule (September bis Dezember 1982 in Graz)
  • Verhandlungstechnik: 1 und 2 in Krumpendorf
  • PC Grundkurs in Knittelfeld
  • Rhetorik-Seminar 3 Tage in Knittelfeld Referent Kurt Gennaro
  • Weiter Kurse wie Lohnverrechnung, Arbeitsrecht und Arbeitstechnik.

 

Frühere und gegenwärtige Funktionen in der Gewerkschaft und Arbeiterkammer:

  • GMTN Orstgruppe Knittelfeld - Obmannstellvertreter
  • GMTN Fraktionsvorsitzender - Obersteiermark West
  • GMTN Obersteiermark West - Vositzender Stellvertreter
  • GMTN Mitglied - Landesvorstand Steiermark
  • GMTN Mitglied im Bundesvorstand
  • Mitglied - ÖGB Regional & Bezirksausschuss
  • Kammerrat der AK Steiermark

 

Bisher erhaltene Auszeichnungen:

Dezember 1997 "öffentlicher Dank" der Stadtgemeinde Spielberg für die Sicherung und der Erhalt von Arbeitsplätze in der ATB Spielberg.

 

 Das Charaktereigenschaften - ABC zum 30. Jubiläum als Betriebsratsvorsitzender

Am Anfang war der Traum – am Ende ist das Ziel

  • A aufgeschlossen, authentisch, aufmerksam
  • B betriebsorientiert, bodenständig, begeisterungsfähig
  • C clever, charakterstark, charismatisch
  • D diskussionsfreudig, draufgängerisch, diplomatisch
  • E erfolgsorientiert, entscheidungsfreudig, einfallsreich
  • F fachlich, freundlich, familiär,
  • G gewissenhaft, gebildet, großzügig,
  • H hartnäckig, humorvoll, heimatverbunden
  • I intelligent, ideenreich, interessiert
  • J jung geblieben
  • K kommunikationsfähig, kompetent, kontaktfreudig
  • L lösungsorientiert, loyal, leistungsstark
  • M motiviert, menschlich, mutig,
  • N neutral, natürlich, nett
  • O optimistisch, offen, ordnungsliebend
  • P positiv, politisch, pflichtbewusst
  • Q qualifiziert, quirlig, quietschfidel
  • R reaktionsschnell, realistisch, redegewandt
  • S solidarisch, standhaft, sozial
  • T teamfähig, taktvoll, tierliebend
  • U unterhaltsam, unerschrocken, unternehmensfreudig
  • V verantwortungsbewusst, vertrauensvoll, vielseitig
  • W willenstark, weltoffen, wirtschaftlich,
  • Z zielstrebig, zuverlässig, zukunftsgläubig

 

Marianne Wechselberger ehem. Mitarbeiterin von 1979 - 2009

 

Biografie über Michael Leitner von Heidemarie Klimt :

30 JAHRE MICHL LEITNER ALS BETRIEBSRATSVORSITZENDER

 

Lieber Michael, sieht man sich die Geschichte unserer Firma etwas näher an, so stolpert man fast von Beginn an über einen Namen – MICHAEL LEITNER - und man merkt sehr schnell, dass Du von Beginn Deiner Tätigkeit an – nämlich ab dem Jahre 1976 - einfach zum Firmeninventar zählst. Du hast Dich in all den Jahren für unsere Firma eingesetzt, Dein ganzes Leben ist einfach „Firma“, Du bist ganz einfach „Firma“! Und das seit genau 39 Jahren. Du hast sozusagen die Firmengeschichte mitgeschrieben und mitgetragen. Doch seit genau 30 Jahren sind wir unheimlich stolz, Dich damals als Betriebsratsvorsitzenden gewählt zu haben, wir alle haben dies noch nie bereut! Ich sehe Dich heute noch genau vor mir, als Du damals – im August 1985 – als Nachfolger von Herrn Hans Wohlmutter, unser aller BRV wurdest. Da stand ein fescher, junger Mann vor uns, dem man es durchaus zutraute, diesem schwierigen Amt mit Wissen, Mut und auch Härte zu begegnen. Und die Herzen der vielen Frauen hattest Du ohnehin schon längst im Sturm erobert! Du hattest von nun an immer für jeden von uns ein offenes Ohr, Du hörtest zu, warst für uns da und hast – wenn es auch nur irgendwie möglich war – stets geholfen.Dass sich Deine jugendliche Mutprobe – die Dir den Namen „Brennesseltarzan“ – einbrachte, als Leitfaden durch Dein Leben ziehen wird, konnte damals noch niemand wissen. Ich werde später noch genauer darauf eingehen.

Unsere Firma wurde ja geprägt in den SIEBZIGER JAHREN; mehr Urlaub, Einführung und Verbesserung der Abfertigung, Krankenendgeld – Fortzahlung, Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und vieles mehr, fanden ihren Ursprung und nahmen Gestalt an. Und unsere Firma war es ( unter dem Namen Bauknecht ) die damals – nach Schließung des Kohlebergwerkes Fohnsdorf – insgesamt 2200 Männern und Frauen wieder Arbeit, Mut und Hoffnung gab.
Als dann aber der weltweit vertretene Bauknechtkonzern 1982 ins Trudeln geriet und hier in Spielberg den Ausgleich anmelden musste, war die Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes bei den verbliebenen 1500 Beschäftigten wieder riesengroß! Aber auch in dieser schweren Zeit kam das berühmte LICHTLEIN in Form der GBI auf uns zu und rettete damit Hunderte Arbeitsplätze. In den nächsten Jahren wechselte unsere Firma einige Eigentümer, ging sogar 1990 an die Börse, doch wir alle mussten zusehen, wie man den sehr fähigen Vorstandsdirektor – Herrn Erwin Fischer - 1995 in den Ruhestand schickte und wir mussten miterleben, welch große Wunden dies für die ATB Spielberg hinterließ. Herr Fischer war ein Mann mit Durchsetzungsvermögen, auch bei der Belegschaft sehr beliebt, sein Abgang war für uns ein großer Verlust.
Umsatzschwierigkeiten, rote Zahlen, Personalreduzierungen, Einsparungen bei Lohn und Gehalt, sowie bei Sozialleistungen, waren ab dem Jahre 1996 an der Tagesordnung, und die Angst, dass diese negative, wirtschaftliche Entwicklung 1997 zum Aus, ja sogar zum Zusperren der ATB – Spielberg führen könnte, war sehr groß und nicht aus der Luft gegriffen.Obwohl bereits deutsche Zeitungen über das Zusperren von ATB – Spielberg berichteten, ist es Dir lieber Michael gelungen, die Republik Österreich abermals als Retter in letzter Minute zu gewinnen. Im ständigen Einsatz warst Du mit Deinem BR Kollegen Rudolf Ratlingmayr – aber auch sehr viel alleine – in alle Himmelsrichtungen unterwegs, um Gespräche mit dem damals obersten Chef von Babcock in Oberhausen, dem scheidenden und neuen Bundeskanzler Vranitzky und Klima, den Ministern Scholten und Einem, der Landeshauptfrau Klasnic, und dem Vorsitzenden Rudolf Nürnberger von unserer Gewerkschaft zu führen. Auch viele regionale Politiker wurden von Dir kontaktiert.
Wie das Sprichwort – ohne Fleiß, kein Preis – so schön sagt, ist es Dir in Deiner langjährigen Firmenzugehörigkeit und Deiner harten Tätigkeit als BRV gelungen, Deinen wohl größten Erfolg in Deiner Firmengeschichte einzuheimsen. Als nämlich Ende September 1997 – um 18.30 Uhr – Dein Handy klingelte und Dir Herr Minister Einem mitteilte: „Michael, Du hast es geschafft! Wir, die GBI, werden noch heute Abend die Verträge unterschreiben und Euren Betrieb mit 1. Oktober 1997 übernehmen“, da wusstest Du, dass es Dir gelungen ist, unsere Firma vor dem Zusperren, und somit 800 Arbeitsplätze gerettet zu haben. Das muss ein erhebendes Gefühl und gleichzeitig eine Erleichterung für Dich gewesen sein!!!Dir, lieber Michael, blies bei diesen harten Verhandlungen nicht nur einmal der eiskalte, politische Wind um die Nase, Du musstest auch Aussagen wie: „ weniger Staat, mehr privat“, von Herrn Hannes Androsch über Dich ergehen lassen. Letztendlich halfen Dir aber Deine guten Kontakte zu regionalen Politikern, sowie zu unserer Gewerkschaft. Du konntest somit verhindern, dass unsere Firma nocheinmal in deutschen Privatbesitz übergeht, Du hast in allen Punkten Dein – unser - Ziel erreicht!!!
Obwohl nun unsere Firma gerettet war, kamen wir bis 2001 nicht mehr aus der Verlustzone und aus den roten Zahlen heraus; der Druck auf Dich, sowie auf uns Arbeitnehmer war sehr, sehr groß!

Die Wende kam mit Herrn Dr. Mirko Kovats, welcher – unserem Wunsch entsprechend – unser neuer Eigentümer wurde. Die darauffolgenden Jahre waren geprägt von Rationalisierungen, rigorosem Einsparen, Erweiterungen, Forschungen, Entwicklungen, und so konnten wir kleine Gewinne erzielen und uns allen ein Überleben sichern.Wir sind zwar nur ein kleines Rädchen in einem Riesengetriebe, aber wir wissen, dass ein ständiger Kampf um unsere geliebte Firma für Dich, lieber Michael, manchmal ganz schön nervenaufreibend ist. Es ist uns in all den Jahren nicht entgangen, dass deine Tätigkeit als BRV zu 85% darin besteht, für Probleme dazusein, sie anzuhören und sie zu lösen.Wir wissen auch, dass es nicht leicht ist, das bestimmte Feeling zu erlangen, ein BRV muss abwägen können, wann er JA und wann er NEIN sagt! Und er muss die richtige Taktik, die notwendige Unterstützung der Gewerkschaft und der Politik, sowie auch den nötigen Überblick über das Ganze haben.
Du lieber Michael, hast es geschafft, über Jahrzehnte hinweg unser BRV zu sein und zu bleiben, hast uns guten Verdienst, gerechtes arbeiten, nicht unwichtige Prämien und Dividenden ermöglicht, was aber das Wichtigste ist, Du bist immer Einer von uns geblieben!!!! Dies spürt man, wenn Du auch nur mit dem „Kleinsten, Geringsten“ von uns sprichst, und man sieht es Dir an, wenn Du Deine Runden durch die Firma ziehst. Geht es aber um Besprechungen und Verhandlungen, kann man sich bei Dir sicher sein: Der Michael macht das, der Michael kann das!!!

Du weißt, worauf es ankommt, schaffst immer wieder die Gratwanderung zwischen Arbeitnehmern und Firmeneigentümern, und dafür danken wir Dir von ganzem Herzen! Ich erlaube mir, Dich und uns mit Dirigent und Orchester zu vergleichen; Du dirigierst uns alle so, wie es die jeweilige Zeit von Dir verlangt. Mal sanft, pianissimo, mal hart, forte, oder mezzoforte. Und die Übergänge zeigst Du sehr einfühlsam, sodass jeder versteht, worauf es jetzt – in diesem Moment – gerade ankommt!
Für uns alle bist und bleibst Du EINZIGARTIG!

Wichtig zu erwähnen ist mir unbedingt die Insolvenz der ATB im Oktober 2010. Durch harte Verhandlungen ist es wieder einmal gelungen, eine Übernahme der ATB durch WALONG INVESTMENT GmbH – mit dem Chef Mr. CHEN JIANCHENG – zu erreichen. Im Juni 2012 wird Herr Magister ANDREAS SCHINDLER Vorstandsvorsitzender der ATB – GRUPPE und geht nach Wien. Im Oktober 2012 bekommt Spielberg einen neuen Geschäftsführer, nämlich Herrn ALEXANDER SCHRÖFL. Kaum hast Du – lieber Michael – Dich an die neuen Geschäftsführer gewöhnt, wechselte man sie schon wieder; dies war für Dich sicher keine einfache Situation! Und so hattest Du es schon im Oktober 2013 gleich mit zwei neuen Geschäftsführern zu tun, und zwar mit Herrn Martin Neumann und Herrn Peter Kremer. Doch Du, wärst nicht Du, wenn Dich dies von harten, aber ehrlichen Verhandlungen abgehalten hätte. Ein grundlegender Faktor Deiner Verhandlungen war und ist sicher die Tatsache, dass es Dir immer gelungen ist, auch bei schwierigsten Verhandlungen eine gewisse „Kultur“ einzubringen, welche von respektvollem, konstruktivem Klima geprägt ist. Ist man bei Verhandlungen auch nicht immer einer Meinung, so soll doch die Sachlichkeit im Vordergrund stehen. Dies ist wohl Dein kleines „Verhandlungsgeheimnis“, schließlich gilt es, effektiv die anstehenden Probleme gemeinsam zu diskutieren und zu lösen. Waren auch die letzten Jahre wirtschaftlich „ein ewiger Kampf“, ist es Euch gemeinsam doch gelungen, einerseits den notwendigen, wirtschaftlichen Erfolg und andererseits die Arbeitsplätze aufrecht zu erhalten. Ein aufrichtiges „BRAVO!“

Nun sei mir erlaubt, auch ein wenig über den privaten Michael zu erzählen, dies ist mir nämlich ein ganz großes Bedürfnis! Warum? Weil Du lieber Michael auch privat ein großartiger, einfühlsamer Mensch bist, dies zeigen viele kleine Episoden! Ich stelle allerdings gerade fest – dass Dein Privatleben immer wieder mit der Firma verwoben ist, es lässt sich kaum voneinander trennen.
So zieht sich auch Deine Mutprobe von damals wie ein roter Faden immer wieder durch Dein Berufsleben. Du zeigtest nämlich damals, als Jugendlicher, großen Mut und wurdest dafür mit dem Namen „Brennesseltarzan“ belohnt. Um Deinen Mut den anderen zu beweisen, setztest Du Dich – ohne auch nur mit der Wimper zu zucken – als Einziger, mit entblößtem Hinterteil in ein Meer von Brennesseln; wer auch nur einmal mit diesen zwar gesunden, aber schmerzhaften Gewächsen in Berührung kam, kann Deinen damaligen Schmerz nachvollziehen! Aber Dein Mut, Dein Wille etwas zu schaffen und zu beweisen, sind Dir in Deiner ganzen Betriebsratsära treu geblieben. Nicht nur einmal setztest Du Dich bei wichtigen Verhandlungen in die „Brennesseln“, nicht nur einmal trugst Du daraus schmerzhafte Erinnerungen davon, aber – Du ließest Dich dabei von niemanden entblößen, soweit ließest Du es nie kommen. Bravo Michael!!!!!

Man muss auch unbedingt erwähnen, dass Du lieber Michael Deinem Lebensbaum – der Zeder – große Ehre machst, dass Du ihr ebenbürtig bist! Wie sonst könnten ihre Eigenschaften so haargenau auf Dich zutreffen! Du bist wie sie von rassiger Schönheit, versinnbildlichst das Hohe, das Erhabene,bist selbstsicher und entschlossen im Auftreten, liebst die Natur, strebst eine heile Welt an, bist eine Führernatur, triffst Entscheidungen ohne zu zögern, liebst Musik, Kunst, Theater und vielleicht bist Du auch ein reiseliebender Abenteurer, wenn Du später Deinen wohlverdienten Ruhestand genießen darfst.
Verschiedene Schulungen – wie Verhandlungstechnik, Rhetorik – Seminare, Lohnverrechnung, Arbeitsrecht, sowie Arbeitstechnik, konntest Du so spielend und erfolgreich abschließen.Verdienter Weise wurde Dir im Jahre 1997 von der Gemeinde Spielberg für Deinen Einsatz um die Sicherung und den Erhalt von Arbeitsplätzen großer Dank ausgesprochen und eine Ehrenurkunde überreicht. So hast Du z.B. 2003 verhindert, dass 200 Frauenarbeitsplätze aus der Wickelei nach Rumänien ausgelagert wurden, Du warst immer solidarisch mit jedem einzelnen Arbeiter, hast Einsparungen gerecht aufgeteilt und mit dem Wissen, Dir nicht jedermann zum Freund gemacht zu haben, Arbeit für alle erhalten.Deine Schachspielweisheiten – in denen Du ja viele Erfolge nachzuweisen hast – halfen Dir auch beruflich sehr; Zug um Zug, Strategien zu entwickeln, sind im Beruf nicht weniger wichtig, als beim Schachspiel!
Dass Du seit vielen Jahren im Arbeiterparlament der AK – Steiermark tätig bist, weiters zu den höchsten Gremien unserer Gewerkschaft zählst,kann für uns Arbeitnehmer nur ein großer Gewinn sein.Und weil Du auch ein großer Frauenförderer bist, ist Dir die Hochachtung dieser ohnehin gewiss! Und auf die Einladung Bruno Kreisky´s zu seinem Sommersitz auf Mallorca kannst Du besonders stolz zurückblicken.
Du konntest zu jeder Aktion die richtige Entscheidung treffen, mal war es ein Schweigemarsch, mal eine Großdemonstration, ging es um uns Arbeiter, war mit Dir, lieber Michael, nicht zu spaßen! Und trotzdem zollten alle Vorstände und Eigentümer dir großen Respekt und Akzeptanz. Neben all diesen Schwierigkeiten hast Du aber die Kameradschaft und den Zusammenhalt immer für sehr, sehr wichtig gehalten.
Einen Spagat der Extraklasse hast Du Dir mit Herrn Adolf Hollmann geleistet! Obwohl privat befreundet, schenktet ihr Euch beruflich gegenseitig nichts; da kam es oft sogar zu lautstarken Verhandlungen, bei denen auch manche Türe zugeknallt wurde. Das nenne ich von beiden Seiten HOHE INTELLIGENZ!!!!

Erwähnen möchte ich aber noch unbedingt, dass Dir – lieber Michael – mit Deiner lieben Frau Maria, die wahre Liebe begegnet ist. Mit ihr sind Worte wie Respekt und Vertrauen nicht nur Redewendungen, nein, diese Worte werden bei Euch zwein täglich gelebt! Was kann einem Menschen denn Schöneres passieren? Brauchen wir nicht alle Liebe, Vertrauen, Verständnis, Treue? Du hast mit Deiner lieben Frau auch eine liebe Familie dazu bekommen und bist nicht nur auf Deine Söhne Michael und Martin stolz, sondern ebenso auf Deine Stieftochter Laura, sowie auf Deine Enkerl Elina und Moritz. In der Familie Deiner Frau schreibt man Zusammenhalt und füreinander da zu sein ganz einfach „groß.“
Dass Dein Vater – lieber Michael – bei Euch zu Hause seinen Lebensabend verbringen darf, zeigt mir, dass Ihr beide wundervolle Menschen seid, dass es bei Euch zu Hause noch stimmt, wie man so sagt. Meine Hochachtung, Dir und Deiner lieben Maria! Liest man in Deiner Biografie nach, so frage ich mich, wie Du noch Zeit für all Deine Hobby´s, nämlich Schachspielen, Radeln, Schwimmen, Wandern, Besuch kultureller Veranstaltungen noch Zeit findest. Aber wie heißt es so schön? Es ist alles im Leben nur Einteilungssache. Auch das Wort Freundschaft wird bei Dir groß geschrieben, genau so kommt die Liebe zu Hund Aiko und den zwei Katzen nicht zu kurz, Tierliebe ist für mich etwas wunderbares!
Bei Deinem schweren Autounfall am 27. Oktober 2011 hattest Du nicht nur einen Schutzengel, sondern wahrscheinlich ein ganzes Heer, welches verhinderte, dass Du uns viel zu früh genommen wurdest. Du hattest und hast einfach hier auf Erden noch sehr viel zu tun und es wäre ungerecht, könntest Du Deine wohlverdiente Pension nicht im Kreise Deiner Lieben und Deiner Freunde genießen!
Michi, Du warst und bist schon etwas Besonderes! So konnte und kann man mit Dir Pferde stehlen; wer fährt z.B. schon nach der Nachmittagsschicht, mit Mader Harti ( damals noch in der Wellenfertigung ), auf einen Kaffee nach Salzburg und hat bei der Nachhausefahrt so Riesenspaß, dass er die ganze Rückfahrt nur singt?
Unvergessen bleibt auch Deine Förderung der Gemeinschaft! Viele Kultur – Sport – oder sonstige Veranstaltungen – mit geringsten Unkosten für uns – bleiben uns in ewiger, guter Erinnerung! Mit Dir als unser BRV können wir sicher gehen, dass auch noch unseren Kindern und Kindeskindern ein Arbeitsplatz in unserer geliebten Firma sicher sein wird!Bleibe bitte Deinem Lebensmotto – „man ist nicht an der Spitze um herabzublicken, sondern um vorauszuschauen“ – treu, dann sind Dir weitere Erfolge gewiss!
Gemeinsam sind wir schon viele Höhen und Tiefen durchwandert, und nur gemeinsam sind wir auch weiterhin stark, um in diesem weltweit sehr harten Arbeitskampf zu überleben. Und Du lieber Michael zählst seit 30 Jahren zu diesen Menschen, die anderen Mut und Hoffnung geben, und das ist weit mehr, als Du denkst!

Zuletzt möchten wir Dir von ganzem Herzen weiterhin gute, gesunde Jahre und weniger Kampf als unser BRV wünschen, privat weiterhin Liebe und Geborgenheit von Deinen Lieben, viele Sonnenstunden und einfach – dass Du glücklich sein kannst!
Deine Belegschaft kann Dir nur eine Kleinigkeit zurück geben – und doch ist es etwas Großes – sie steht auch in Zukunft fest und voll hinter Dir, lieber Michael!!!


Und nun an alle ATB Arbeiter: Habt Ihr mal Sorgen, so wählt ganz einfach Michls – Hotline,
Michl ist nämlich unter: www.atb–brv–leitner.at "immer erreichbar"!!!!

Gedanken einer ehemaligen Kollegin

 

Michael - "Ein Engel auf Erden"!

1955 rief der Herr im Himmel seine Engel zur Betriebsversammlung:
Unter Punkt eins besprach man die jeweilige Engels - Zuteilung.
„Ich brauch einen Engel auf den Planeten Erde“, sprach der liebe Gott,
„zur Erhaltung der Arbeitsplätze und zur Sicherung des täglichen Brot.
Und deshalb lieber Michael, schicke ich dich als Mensch ins Weltall,
man wird dich dort brauchen in einer Elektromotorenfirma im Murtal.

 

Michael ich habe gut überlegt und dich habe ich dafür auserkoren,
du wirst jetzt in eine Familie in der Obersteiermark geboren.
Nach der Schule habe ich für dich einen Metallberuf vorgesehen,
nur so kannst du später deine Berufung vom Grund auf verstehen.
Für das Schachspiel werde ich dich schon früh begeistern,
so wirst du lernen schwierige Situationen spielerisch zu meistern.

 

Ich gebe dir einen ausgeprägten Verstand und sehr viel Mut,
clever und diplomatisch abzuwarten für den entscheidenden Zug.
Du wirst dich dort einer Wahl stellen und diese auch gewinnen
und so wird deine Mission als Betriebsratsvorsitzender dort beginnen.
Leicht wird es nicht sein, aber ein starkes Team wird hinter dir stehen“,
so sprach der liebe Gott und sein Wille ist geschehen.

 

Ein Vierteljahrhundert ist unser Michael nun in dieser Aufgabe gereift,
und seine Mission auf Erden war bei Gott nicht immer leicht.
Von kleinen Alltagsorgen der Arbeiter bis hin zu den großen Herren der Politik,
Michael hatte für alles ein offenes Ohr und verhandelte mit großem Geschick.
Eigentümer und Vorstandsdirektoren wurden ständig ausgetauscht
und nicht nur einmal sind wir knapp am Konkurs vorbei gerauscht.

 

Hätte uns der Himmel den Michael nicht geschickt,
dann wäre der „Laden“ in Spielberg wohl schon lange dicht.
Auf die Strasse sind wir mit ihm gegangen und wir haben demonstriert
mit dem Schwert der Gerechtigkeit gekämpft, dass keiner seinen Job verliert.
Die Wirtschaftslage war sehr besorgniserregend, dazu kamen noch die Kontrahenten,
anstatt fürs erstere musste Michael auch noch für seine Gegner Energie aufwenden.

 

Der Kampf um den Betriebsratssessel war ein sehr hässliches Spiel der Intrigen,
aber unser Michael konnte nach sehr harten Zeiten auch dieses Übel besiegen.
Die Zeiten sind noch immer schwer, wir sind ja mitten in der Weltwirtschaftskrise,
aber was soll uns schon passieren, wir kennen ja alle Michaels Devise:
„Ich gehe als Arbeiterbetriebsratsobmann der ATB in Pension.“
Das bedeutet auch für uns, gesicherte Arbeitsplätze in unserer Region!

 

Marianne Wechselberger anlässlich der Jahresausklangsfeier am 29. Dezember 2009